Freitag, 19. August 2011

Warum es Unsinn und sogar ein Klimakiller ist, regional und saisonal zu kaufen

Der Spiegel:
Regional-Äpfel als Klimakiller

Was ist klimaschonender: die schrumpeligen Äpfel aus der Region oder das Hochglanzobst aus Südafrika? Zu überraschenden Antworten bei Fragen wie dieser kommt eine Pilotstudie des Öko-Instituts in Freiburg. "Spätestens ab Mai schneiden viele weitgereiste Äpfel in der Klimabilanz besser ab als lokale Sorten", sagt Forscher Rainer Grießhammer. "Lokale Äpfel lagern oft den ganzen Winter über in Kühlhäusern, was mehr Energie verbrauchen kann als der Transport per Schiff." Anders sehe es bei Produkten aus, die per Luftfracht nach Deutschland kommen, etwa Mangos oder Alaska-Lachs. Zehn Konsumgüter hat das Institut auf ihren sogenannten Carbon Footprint hin untersucht, von Sporttaschen über Eier bis zu Tiefkühl-Tagliatelle. So entstanden beispielhafte Treibhausgas-Bilanzen, die Grundlage für eine Kennzeichnung werden könnten. Oft komme es aber mehr auf das Wie als auf das Was an, warnt Grießhammer. Für eine Tasse Kaffee zum Beispiel sei ein Vollautomat oft klimaschonender als Kessel und Herd. "Und Gerichte wie Spätzle sollte man wegen der aufwendigen Reinigung der Töpfe nicht selber machen, sondern eher abgepackt kaufen", so der Ökologe, "zumindest aus Klimaperspektive."

Es gibt allerdings einen Generaleinwand, den Ein Jahr für die Ewigkeit hat: Das alles gilt nur, wenn man unbedingt das ganze Jahr über Äpfel essen muss. Denn natürlich haben lokale Erzeugnisse auch nach dieser Studie eine deutlich bessere Bilanz, wenn nicht nur regional, sondern auch saisonal gekauft wird.

Hier die etwas längere Version:
Genügend große Betriebe können - energetisch gesehen - sehr viel günstiger Lebensmittel am Markt bereitstellen als kleine Betriebe, unabhängig davon, ob diese Betriebe in deutschen Regionen, innerhalb der EU oder global agieren. Diese Aussage gilt einschließlich aller Aufwendungen für kontinentale oder globale Transporte, die in aller Regel per Containerschiff, Bahn und LKW durchgeführt werden. Die häufig vermuteten Vorteile der kurzen Transportwege innerhalb einer Region können bei zu geringen Betriebsgrößen durch Mängel in der Logistik und zu kleine Fahrzeuge mit geringer Auslastung sehr schnell zunichte gemacht werden.

2. Auch in deutschen Regionen können Lebensmittel energetisch wettbewerbsfähig am Markt bereitgestellt werden, sofern die Betriebsgröße hierfür ausreicht. Bei allen untersuchten Lebensmitteln können zugehörige Mindestbetriebsgrößen identifiziert werden, die auch in der Region ohne Weiteres erreicht werden könnten, ggf. mit Hilfe der Gründung von Kooperativen und Genossenschaften.

3. Die erhobenen Daten zum spezifischen Endenergieumsatz lokaler, regionaler, europäisch-kontinentaler und globaler Prozessketten dienen im Weiteren als Basis für die Berechnung zusätzlicher ökologischer Kenngrößen wie z. B. spezifischer Primärenergieumsatz und spezifische Kohlendioxidemission (carbon footprint). Die bisher vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass auch der spezifische Primärenergieumsatz sowie die spezifische Kohlendioxidemission degressiv mit der Betriebsgröße abnehmen.

Fazit
Es besteht kein Anlass, globale oder kontinentale Prozessketten für Lebensmittel wegen der angeblich so hohen Energieumsätze der Transporte anzuprangern. Das Gegenteil ist richtig: lokale oder regionale Prozessketten können fallweise sogar höhere Energieumsätze pro kg Lebensmittel verursachen als kontinentale oder globale Prozessketten, und zwar immer dann, wenn die Produktionsbetriebe in der Region zu klein sind. Globale oder kontinentale Containertransporte per Seeschiff, Binnenschiff, Bahn und LKW benötigen pro kg Lebensmittel nur sehr wenig Endenergie. Flugtransporte, die energetisch sehr aufwändig sind, spielen im Lebensmittelbereich als Massenmarkt eine sehr untergeordnete Rolle. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass Deutschland als dicht besiedeltes Industrieland auf internationale Lebensmitteleinfuhr zur ausreichenden Versorgung der Bevölkerung angewiesen ist.

Mehr hier: Ecology of Scale

Und hier die komplette Studie

Hush Little Baby

Lullabies sind eine gute Fundgrube. Meister Jakob, schläfst du noch?
Aber das hier auch, mit leicht verändertem Text:


Hush Little Baby don´t say a word
God´s gonna buy you a mockingbird
And if that mockingbird don´t sing
God´sgonna buy you a diamond ring
And if that diamond ring don´t shine
God´s gonna buy you a big coal mine
And if that big coal mine don´t dig
God´s gonna buy you a big long STRICK
And if that big long strick don´t HÄNG
Gods gonna send us a big bomm BANG
And if that big bomm bang don´t work
Gods gonna send us to hell and back
And if that bloody hell dont burn
Gods gonna blow up our whole big STERN


Hier eine schöne Version:


Aber Ruben block zeigt, was auch geht, das bläst uns das Hirn weg:


Kommerziell war der Song in diesen beiden Versionen ein Hit:

Und dieses eher langweilige Teil:

Donnerstag, 18. August 2011

Zukunftsentwürfe für eine postkarbone Gesellschaft

Das Bundesumweltministerium hat vor drei Jahren eine Reihe von namhaften Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens um ihre Meinung gebeten
und sie danach gefragt, wie sie glauben, dass Klimawandel,
Ressourcenproblematik und Umweltverschmutzung
unser gesellschaftliches, politisches und wirtschaftliches
Leben verändern wird, wie wir Menschen uns darauf
einstellen können und welche Aufgabe die Politik hat.
Zu diesen drei Fragen sollten sie ihre Gedanken skizzieren.

Lohnt die Lektüre. Hier.

It's The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine)

Klimaschutz ohne Kernenergie - das mach ich mit Links

Links zu Klimaschutz ohne Kernenergie

Dienstag, 16. August 2011

Cradle to Cradle

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass es das Cradle-to-Cradle-Prinzip war, das zu BSE geführt hat: perfekter Stoffkreislauf, ganz im Sinne des Gebots der Ökologie, Abfälle nicht wegzuwerfen, sondern wiederzuverwerten, in diesem speziellen Fall Tierkadaver als Futtermittel für Planzenfresser.

Donnerstag, 11. August 2011

Mittwoch, 3. August 2011

Einkaufen ohne Verpackung

Wenn ich mal groß und reich bin, dann kaufe ich mein festes Haarshampo ohne lästige Plastikverpackung nur noch bei Lush und auch die in Pappe gepackten Zahnpastapastillen auf Backpulverbasis und die Seife, die in Papier gepackt wird und die herrlich druftenen Massagebelts in praktischer wiederverwendbarer Metalldose. Aber solange ich noch klein und arm bin mache ich das nur für das Projekt. Und bis auf die Zahnpasta mit Fluorid für die Kinder habe ich heute Müllneutral eingekauft. Yeah!